Schadstoffe, Lösemittel und Wohngifte in Häusern

Die meisten Menschen fühlen sich zu Hause gestärkt und geborgen. Wer denkt da schon dran, dass die Luft zu Hause voller Schadstoffe sein kann?

Eine erhöhte Feinstaubbelastungen findet sich nicht nur in Raucherwohnungen, nach wissenschaftlichen Untersuchungen ist die durchschnittliche Belastung der Innenraumluft in unseren Wohnungen, Häusern und Büros häufig bis zu 50 mal höher, als an einer viel befahrenen Hauptverkehrsstraße in der Innenstadt. Eine Vielzahl von chemischen Verbindungen die in Materialien wie Farben, Holzschutzmittel, Möbeln, Bodenbeläge, Spannplatten, Vinyltapeten enthalten sind lesen sich wie die Produktpalette eines Chemieunternehmens. Dabei machen die Gebäude umso kränker, je mehr belastete Bausubstanzen verwendet wurden und je seltener gelüftet wird.
Die immer dichtere Bauweise zur Wärmedämmung und zum Schallschutz, erhöhen den Schadstoffgehalt der Raumluft. Daher ist es umso wichtiger, die Auswahl von Produkten sorgfältig zu treffen.

Messungen und Vorkommen der Schadstoffe in Innenräumen

Messungen und Vorkommen der Schadstoffe in Innenräumen

Schadstoff bzw Messung Ursache, Vorkommen
Formaldehyd und andere giftige Gase z. B. wie Ozon, Chlor, Stadt -, Industrie - und Erdgas, Verbrennungsgase wie Kohlenmonoxid und Stickstoffdioxid Lacke, Kleber, Spanplatten, Holzwerkstoffe, Einrichtungsgegenstände, Geräte, Heizung, Lecks, Verbrennung, Abgase, Umwelt,
Lösemittel und andere flüchtige Schadstoffe (VOC) Farben, Lacke, Kleber, Kunststoffe, Möbel, Pflegemittel,Baumaterialien, Beschichtungen, Einrichtungsgegenstände
Biozide und andere schwerflüchtige Schadstoffe (SVOC) Holz-, Leder- Teppich- Mottenschutz, Kleber, Kunststoffe, Dichtungen, Kammerjäger, Mottenkugeln, - sprays, Holzwurmmittel
Schwermetalle und andere organische Verbindungen Holzschutzmittel, Baustoffe, Baufeuchte, Farben, Glasuren, PVC; Industrieanlagen, Altlasten
Partikel und Fasern, Staub, Schwebestoffe, Asbest, KFM Bau- und Dämmstoffe, Heizungs- und Klimaanlagen, Aerosole, Staub, Rauch, Ruß, Geräte, Toner, Lüftung, Schwebestoffe
Raumklima, Temperatur, Feuchte, Kohlendioxid, Luftionen, Gerüche Baufeuchte, Lüftung, Heizung, Einrichtung, Atmung, Elektrostatik, Strahlung, Staub, Umwelt

Folgende Möglichkeiten gibt es zur Aufnahme von Schadstoffen aus der Raumluft

  1. Inhalation (Atmung): Gas, Nebel, Dampf, Staub und Rauch
  2. Haut (percutane Aufnahme) durch Berührung
  3. perorale Aufnahme (durch Nahrungsaufnahme oder Verschlucken von Staub)

Toxische Langzeiteffekte und allergische Wirkungen auf den Menschen stehen im Vordergrund der gesundheitlichen Betrachtungen

  • Reizungen von Augen, Nase oder Rachen, Hautreizungen
  • Störungen des zentralen Nervensystems
  • Geruchs-Geschmackswahrnehmungen
  • unspezifizierte Überempfindlichkeit können Auswirkungen einer Innenraumschadstoffbelastung sein
  • Weil es keine toxologischen Daten im Niedrigdosierbereich gibt, kann eine Gefährdungsbewertung grundsätzlich nur unter Einbeziehung des Vorsorgeaspektes für die betroffenen Bewohner erfolgen. Leider gibt es für Innenraumschadstoffe, bis auf wenige Ausnahmen, noch keine gesetzlich festgelegten Grenzwerte. Wie einer meiner geschätzten Mentoren es so schön ausdrückte: Es gibt kein Recht auf gesundes Wohnen! Ich füge dem hinzu: Wir arbeiten dran! Häuser, Wohnungen und Arbeitsplätze können also krank machen, siehe Sick-Building-Syndrom.

Die Industrie ist erfinderisch. Es gibt über 100.000 chemische Einzelstoffe und mehr als eine Million chemischer Mixturen, aber nur etwa 400 Grenzwerte und diese meist nur für Arbeitsplätze.

Bei einigen Stoffen sind Gesundheitsgefahren erwiesen, bei den meisten weiss man jedoch noch nichts hinsichtlich Langzeitrisiken und Wechselwirkungen.

Neueste Gefährdung wird durch die sogenannte NANO-Technologie hervorgerufen, kleinste Einheiten auch bekannter Stoffe entwickeln auf Grund ihrer geringen Größe besondere Eigenschaften - gewollte und ungewollte!

Haben Sie noch Fragen oder Wünsche? Dann freue ich mich auf Ihren Anruf Telefon: 07173/91 46 169 oder schreiben Sie mir eine E-Mail an info@die-baubiologin.de